Bericht zur zweiten Workshopreihe „Bereit für die Arbeit in Kunst und Kultur?“

Die IG Kultur Steiermark hat wie schon im letzten Jahr in Kooperation mit der Abteilung 9 des Landes Steiermark (Kulturstrategie 2030) eine Workshopreihe zu Themen rund um das Arbeiten im Bereich Kunst und Kultur umgesetzt. Diese richtete sich gezielt an Schüler:innen der Grazer Ortweinschule. Nachfolgend findet sich ein kurzer Bericht zur diesjährigen Umsetzung.

HINTERGRUND UND TEILNEHMER:INNEN

Wie die Gespräche im Rahmen der Kulturstrategie 2030 – Die kulturelle Zukunft des Landes Steiermark gezeigt haben, sind Menschen, die sich für eine Laufbahn im Bereich Kunst und Kultur interessieren, häufig nur ungenügend darauf vorbereitet (siehe Punkt 4 im Maßnahmenkatalog). Die Ausbildungsstätten bieten den Schüler:innen und Studierenden zwar eine gute Ausbildung in der jeweiligen Kunstsparte, dennoch fehlt in der Regel die Vermittlung praktischen Wissens über die Formalitäten und Herausforderungen des kommenden Berufslebens. Vor diesem Hintergrund hat die IG Kultur Steiermark im Jahr 2025 erstmals eine vierteilige Workshopreihe für Schüler:innen der Ortweinschule organisiert und dabei mit der Kulturabteilung des Landes Steiermark kooperiert. 

Das zentrale Ziel war die Unterstützung bei der Karriereplanung in Form eines praxinahen Wissenstransfers und Empowerments sowie auch durch eine Vernetzung im Kulturbetrieb. Dazu wurden für die Abhaltung der einzelnen Termine gezielt Grazer Kulturinitiativen eingebunden, in deren Räumlichkeiten die Workshops schließlich stattfanden, sodass ein gegenseitiges Kennenlernen der Schüler:innen und der Künstler:innen bzw. Kulturarbeiter:innen möglich war. 

Aufgrund des durchgängig positiven Feedbacks aller Beteiligten wurde die Workshopreihe im Jahr 2026 erneut in einem vierteiligen Format umgesetzt, an dem insgesamt 38 Schüler:innen der Ortweinschule teilnahmen. Diese besuchen die Ausbildungsbereiche Bildhauerheit, Malerei, Keramik sowie Schmuck- und Metalldesign. In Anlehnung an die Evaluationsergebnisse des letzten Jahres wurden lediglich kleinere Adaptionen des Programmes vorgenommen.  


PROGRAMM DER DIESJÄHRIGEN WORKSHOPREIHE 

Die vier Workshops fanden im Zeitraum von Jänner bis April 2026 statt und dauerten jeweils etwa 3 Stunden. Die Umsetzung erfolgte in vier unterschiedlichen Grazer Kulturinitiativen, sodass die Schüler:innen zentrale Orte der Kulturarbeit kennenlernen konnten und umfassende Möglichkeiten für erste Vernetzungen wahrnehmen konnten. Wie schon im letzten Jahr ging es bei der Workshopreihe vordergründig um die berufliche Orientierung sowie persönliche Aspekte des Arbeitslebens als Künstlerin oder Künstler. Gemeinsam mit den Schüler:innen erarbeiteten wir u.a. Antworten auf folgende Fragen: Wie kann ich als Künstler:in arbeiten? Welche Verpflichtungen habe ich dabei? Welche Förderungen gibt es? Wie setzte ich ein Projekt um? Wie komme in an relevante Informationen? Wie kann ich praktische Erfahrungen sammeln?

Als Inputgeber:innnen fungierten einerseits die Kulturinitiativen, die die Räumlichkeiten zur Verfügung stellten sowie andererseits Künstler:innen, die über ihre Erfahrungen im Bereich Kunst und Kultur berichteten. Auf diese Weise sollte praxisnahes Wissen in Bezug auf lokale Möglichkeiten weitergegeben werden. Ebenso waren Expert:innen der Verwaltung bzw. von Beratungsstellen eingeladen, die einen Überblick über Förderungs- und Stipendienprogramme gaben. 

Konkret wurde folgendes Programm von der IG Kultur Steiermark organisiert und umgesetzt:

  • Workshop 1: Alles was du wissen willst und dich nie zu fragen getraut hast
    am 21. Jänner 2025 im <rotor>, Zentrum für zeitgenössische Kunst
    ---------------------------------------------------------------------------------------------
    Beim ersten Termin ging es primär um das Thema Kultur als Arbeitsfeld – Was muss berücksichtigt werden? U.a. wurde die Arbeit als Selbständige:r sowie die Arbeit in Kulturvereinen besprochen. Nachdem die Kulturstrategie 2030 vorgestellt wurde, berichtete der gastgebende Verein <rotor> von seiner Arbeit und aktuellen Projekten.  
     
  • Workshop 2: Projektorganisation und -umsetzung
    am 6. Februar 2026 beim kollektiv:raum
    ---------------------------------------------------------------------------------------------
    Nach einer kurzen Vorstellung der Gastgeber:innen gab unsere GF Lidija Krienzer-Radojevic den Schüler:innen einen Überblick darüber, wie Projekte geplant werden, welche Phasen diese beinhalten und mit welchen Herausforderungen zu rechnen ist. Dieser Input basierte auf den Unterlagen von Karin Wolf vom Institut für Kulturkonzepte. Mithilfe dieser Informationen planten und präsentierten die Schüler:innen in Teams direkt ihre eigenen Konzepte.
     
  • Workshop 3: Aus dem Nähkästchen plaudern
    am 18. März 2025 im Kunst Klub Kräftner
    ---------------------------------------------------------------------------------------------
    Beim dritten Workshop hatten die Schüler:innen die Möglichkeit, die Grazer Künstler:innen Martin Guevara-Kunerth von GUKUBI MATO, Elena Laaha vom Raum 117, Katharina Sieghartsleitner und Victoria Pollauf kennenzulernen. Es wurden gezielt Personen eingeladen, die über unterschiedliche Werdegänge und Arbeiten berichten und den Schüler:innen somit eine Vielfalt an Perspektiven aufzeigen konnten.
     
  • Workshop 4: Projektorganisation und -umsetzung
    am 29. April 2025 im Schaumbad, Atelierhaus Graz
    ---------------------------------------------------------------------------------------------
    Beim letzten Termin haben Vertreter:innen der Kulturabteilung des Landes Steiermark sowie des Kulturamtes der Stadt Graz über die jeweiligen Fördermöglichkeiten und Stipendien informiert. Darüber hinaus wurden Erasmus+ sowie die Angebote von LOGO! Jugendmanagement präsentiert, um einen Überblick über die Möglichkeiten zu Auslandsaufenthalten zu geben. Im Anschluss gab es im Zuge einer Ausstellungseröffnung die Möglichkeit, sich mit Künstler:innen zu vernetzten.


FEEDBACK DER TEILNEHMENDEN

Da sich letztes Jahr gezeigt hat, dass die angehenden Künstler:innen teilweise große Unsicherheiten in Bezug auf ihre eigenen Fähigkeiten bzw. Arbeiten und auch ihren weiteren Weg nach Abschluss der Schule bestehen, wurden diese in der diesjährigen Umsetzung gezielt aufgegriffen. Es sollten nicht nur unterschiedliche Lebens- und Berufswege aufgezeigt, sondern den Schüler:innen auch Umgangsformen zur Bewältigung von Unsicherheit und Ungewissheit an die Hand gegeben werden. Ziel der Workshopreihe war es, einerseits Wissen zu vermitteln bzw. gemeinsam zu erarbeiten und den Schüler:innen andererseits Vernetzungsmöglichkeiten zu bieten. 

Die abschließend durchgeführte Evaluation anhand eines Fragebogens sowie Gespräche mit den einzelnen Teilnehmer:innen in den Pausen sowie im Anschluss an die jeweiligen Formate haben gezeigt, dass insbesondere die Informationen über Förderungen, Stipendien sowie Möglichkeiten für Auslandsaufenthalte als besonders hilfreich empfunden wurden. Ebenso wurden die Gelegenheiten sich zu vernetzen sowie das Kennenlernen von Künstler:innen und Initiativen von den Schüler:innen als sehr wertvoll hervorgehoben. Die Möglichkeit sich mit langjährigen Akteur:innen des Feldes auszutauschen trägt dazu bei, Berührungsängste abzubauen und erlaubt, von Erfahrungsberichten aus erster Hand zu lernen. 

Die gezielte Auswahl unterschiedlicher gastgebender Räumlichkeiten wurde erneut als besondere Bereicherung empfunden, da einige Initiativen und Personen den Schüler:innen zwar bereits bekannt waren, sie bisher aber noch keinen Blick "hinter die Kulissen" werfen konnten. Aufgrund der positiven Resonanz sowohl der Schüler:innen als auch der gastgebenden Kulturinitiativen und Vortragenden sehen wir auch nach der diesjährigen Umsetzung jedenfalls Bedarf für eine zukünftige Fortsetzung der Workshopreihe.