Eine Frage der Cultural Democracy | Vprašanje kulturne demokracije

KiKK OFF – za kulturo #48 – Eine Frage der Cultural Democracy

Das Konzept der „Cultural Democracy“ verhandelt Fragen rund um die Zugänglichkeit kultureller Angebote, den gerechten Zugang zu kulturellen Ressourcen und Fördermitteln sowie die Verbindung von politischer und kultureller Partizipation. Gemeinsam mit den Redakteurinnen der neuen Schwerpunktausgabe des IG Kultur-Magazins, Yvonne Gimpel und Stefanie Fridrik, erörtert KIKK OFF za kulturo das Konzept der „cultural democracy“ und seine praktische Dimension innerhalb und außerhalb Österreichs.

Eine Frage der cultural democracy

Das Konzept der „cultural democracy“ verhandelt Fragen rund um die Zugänglichkeit kultureller Angebote, den gerechten Zugang zu kulturellen Ressourcen und Fördermitteln sowie die Verbindung von politischer und kultureller Partizipation. Gemeinsam mit den Redakteurinnen der neuen Schwerpunktausgabe des IG Kultur-Magazins, Yvonne Gimpel und Stefanie Fridrik, erörtert KIKK OFF za kulturo das Konzept der „cultural democracy“ und seine praktische Dimension innerhalb und außerhalb Österreichs.

Episode 4: 
1.4.2026

KIKK OFF za kulturo
Die kulturpolitische Radiosendung der IG KiKK
Jeden ersten Sonntag im Monat um 19:30 Uhr auf Radio Agora 105|5

Vprašanje kulturne demokracije

Koncept »kulturne demokracije« obravnava vprašanja dostopnosti kulturnih ponudb, pravičnega dostopa do kulturnih virov in subvencij ter povezave med politično in kulturno participacijo. Skupaj z urednicama nove tematske številke revije IG Kultur, Yvonne Gimpel in Stefanie Fridrik, oddaja KIKK OFF za kulturo razpravlja o konceptu »kulturne demokracije« in njegovi praktični dimenziji v Avstriji in zunaj nje.

Epizoda 48: 
1.4.2026

KIKK OFF za kulturo
Kulturno-politična radijska oddaja IG KiKK
Vsako prvo nedeljo v mesecu, ob 19:30 uri na Radiu Agora 105|5

Nachlese

Eine Frage der Cultural Democracy | Vprašanje kulturne demokracije

Kaum eine politische Rede kommt ohne sie aus: Kultur und Demokratie. Beide Begriffe werden beschworen, verteidigt und zugleich ihre Erosion beklagt. Doch was bedeutet ihr Verhältnis heute tatsächlich – jenseits der politischen Rhetorik?

In dieser Folge von Kickoff za kulturo sprechen Yvonne Gimpel und Stefanie Fridrik mit Ana Grilc über das Konzept der Cultural Democracy. Ausgangspunkt ist ein Begriff, der bereits in den 1980er Jahren entwickelt wurde und bis heute zentrale Fragen bündelt: kulturelle Teilhabe, Zugang zu kulturellen Ressourcen, gerechte Verteilung von Fördermitteln, Schutz kultureller Vielfalt sowie die Möglichkeit, an gesellschaftlichen Entscheidungen mitzuwirken, die Kultur und Lebensqualität betreffen.

Wie Stefanie Fridrik im Gespräch betont, liegt genau in der Offenheit der Begriffe auch das Spannungsfeld:

„Wir müssen uns die Frage stellen, wie wir Kultur und Demokratie überhaupt für sich genommen verstehen – und genau darin liegt auch das Spannungsfeld der Cultural Democracy.“

Cultural Democracy wird dabei nicht als fertiges Modell verstanden, sondern als Aushandlungsprozess zwischen Rezeption und Produktion von Kultur, zwischen Zugang und Gestaltungsmacht. Zentral bleibt die Frage, wer teilhaben kann – und unter welchen sozialen, ökonomischen und räumlichen Bedingungen.

Yvonne Gimpel verweist auf die doppelte Perspektive kultureller Demokratie:

„Es geht nicht nur darum, den Zugang zu Kultur zu demokratisieren, sondern auch Kunst und kulturellem Ausdruck Raum zu geben, der vielleicht nicht einem normativen Qualitätsverständnis entspricht.“

Ein wesentlicher Fokus des Gesprächs liegt auf der Verbindung von kultureller und politischer Teilhabe. Studien zeigen, dass kulturelle Beteiligung nicht nur gesellschaftliche Teilhabe stärkt, sondern auch politische Partizipation beeinflusst. Entscheidend ist dabei weniger der Bildungsgrad als vielmehr die konkrete Zugänglichkeit von Kultur im Lebensumfeld.

Stefanie Fridrik formuliert diesen Zusammenhang deutlich:

„Wenn ich Demokratie fördern möchte, macht es Sinn, auch aus politischer Perspektive in kulturelle Angebote zu investieren.“

Gimpel ergänzt auf Basis einer EU-weiten Meta-Analyse:

„Der zentrale Faktor ist, ob es im unmittelbaren Lebensumfeld ein kulturelles Angebot gibt, das mit den Lebenswelten der Menschen in Resonanz steht.“

Damit wird Cultural Democracy auch als politische Infrastrukturfrage sichtbar: Sie betrifft Förderlogiken, Verwaltungspraktiken und die Frage, welche Formen von Kunst und Kultur als unterstützenswert gelten. Besonders die freie Kulturszene spielt dabei eine zentrale Rolle, da sie seit den 1980er Jahren Räume jenseits etablierter Kulturdefinitionen geschaffen hat.

Gleichzeitig verweist das Gespräch auf strukturelle Spannungen: steigende Bürokratie, prekäre Förderbedingungen und eine zunehmende Diskrepanz zwischen gesellschaftlicher Erwartung an Kultur und den realen Ressourcen.

Stefanie Fridrik bringt diese Ambivalenz auf den Punkt:

„Die Ansprüche an Kunst und Kultur werden immer höher geschraubt, während die Budgets gleichzeitig sinken.“

Am Ende wird Cultural Democracy nicht als abstraktes Konzept verstanden, sondern als konkrete gesellschaftliche Praxis:

„Kultur und Demokratie informieren, ermöglichen und bereichern einander. Sie schaffen neue Handlungsräume und können zu einem gerechteren Leben beitrage. 

Erstellt wurde die Nachlese mit Hilfe von KI